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| Das Strafgefängnis München-Stadelheim war in den zwölf Jahren der nationalsozialistischen Diktatur die zentrale Haftanstalt und Hinrichtungsstätte für den süddeutschen Raum und ein Ort des Todes für Menschen aus allen Teilen des deutsch besetzten Europas. 1188 Menschen wurden zwischen 1933 und 1945 in Stadelheim ermordet, in den meisten Fällen durch das Fallbeil. Die überwiegende Zahl der Hinrichtungen erfolgte zwischen 1942 und 1944. NS-Gerichte verhängten die Todesstrafe wegen Widerstands gegen das Regime, wegen Wehrkraftzersetzung und auch wegen Bagatellvergehen wie Diebstahl. Die meisten der Hingerichteten stammten aus Deutschland, mit etwa 16 Prozent bildeten aber auch Polinnen und Polen eine große Gruppe. Weitere Todesopfer hatten tschechische, italienische, ungarische, jugoslawische oder griechische Wurzeln. Die Regionalgruppe Süd des Nachkommen-Netzwerks NS-Verfolgter engagiert sich seit Langem in der Erinnerungsarbeit für die NS-Opfer Stadelheims. So konnte am 30. April 2025, in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Staatsministerium für Justiz, erstmalig die Gedenkveranstaltung "Gedenken zu Ehren aller 1933-45 im NS-Strafgefängnis München-Stadelheim inhaftierten sowie hingerichteten NS-Verfolgten aller europäischen Länder" in der JVA realisiert werden. Eine weitere Gedenkveranstaltung ist für April 2026 geplant. |
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